Die Rolle der Informationstechnologie (IT) in Unternehmen hat sich grundlegend gewandelt: IT ist längst nicht mehr nur eine unterstützende Funktion, sondern ein zentraler Treiber für Effizienz, Innovation und Wachstum. Für nahezu alle Geschäftsmodelle bildet eine stabile, skalierbare und rechtssichere IT-Infrastruktur die Basis für nachhaltigen wirtschaftlichen Erfolg.
Das spiegelt sich auch in einer aktuellen Umfrage des Branchenverbands Bitkom e. V. wider: 67 % der befragten deutschen Unternehmen sehen datengetriebene Geschäftsmodelle als einen wichtigen Faktor für den künftigen Wohlstand von Volkswirtschaften.
Vor diesem Hintergrund gewinnt die IT Due Diligence bei Unternehmenskäufen bzw. -verkäufen zunehmend an Bedeutung. Sie liefert eine faktenbasierte Grundlage für Investitionsentscheidungen.
Eine IT Due Diligence analysiert und bewertet die technologische Ausgangslage eines Unternehmens umfassend. Dabei geht es aber nicht nur um rein technische, sondern auch um strategische, regulatorische und organisatorische Aspekte der IT.
Die IT Due Diligence ist dabei auf die spezifischen Umstände einer Transaktion und die individuellen Zielsetzungen eines Auftraggebers zugeschnitten. Typischerweise umfasst eine IT Due Diligence die folgenden Aspekte, die jeweils anhand eines Praxisbeispiels veranschaulicht werden:
Das Ziel der IT Due Diligence ist es somit, ein strukturiertes, ganzheitliches Bild der IT-Landschaft und deren Management darzustellen sowie deren Leistungsfähigkeit, Risiken und ungenutzte Potenziale zu bewerten.
Die Käuferseite – etwa Private-Equity, Family Offices oder strategische Investoren – profitiert in vielerlei Hinsicht von einer IT Due Diligence.
Sie ermöglicht, Risiken im Unternehmen frühzeitig zu erkennen. Dazu gehören etwa ineffiziente IT-Strukturen, fehlende Prozesse, unzureichende Lizenzierungen, fehlende Wartungsverträge oder konkrete Sicherheitslücken in Systemen und Anwendungen. Diese Erkenntnisse ermöglichen es, im Kaufvertrag gezielt Garantien und Freistellungen zu vereinbaren und zudem den Kaufpreis entsprechend anzupassen. Nach Abschluss der Transaktion können so außerdem gezielte Maßnahmen zur Verbesserung der IT-Systeme und -Prozesse geplant und umgesetzt werden.
Darüber hinaus liefert die IT Due Diligence wertvolle Impulse für die Value Creation-Strategie, beispielsweise zur Steigerung der Kosteneffizienz oder zur Umsetzung digitaler Transformationsprojekte.
Beim geplanten Verkauf eines Unternehmens ist es ebenso möglich, dass die Verkäuferseite eine IT Due Diligence beauftragt – die Vendor IT Due Diligence. Der Untersuchungsumfang unterscheidet sich dabei zunächst nicht grundlegend von einer „Buy-Side“ IT Due Diligence.
Für Verkäufer bietet die Vendor IT Due Diligence entscheidende Vorteile: IT-bezogene Risiken können frühzeitig identifiziert und proaktiv adressiert werden, bevor sie im Transaktionsprozess zu potenziellen Dealbreakern werden. Gleichzeitig lassen sich technologische Stärken transparent darstellen. Eine gut dokumentierte IT-Infrastruktur und ein professionelles IT-Management stärken schließlich das Vertrauen potenzieller Käufer, beschleunigen den Verkaufsprozess und das spart Zeit und Kosten.
In einer digitalisierten Wirtschaft ist IT ein entscheidender Faktor für die nachhaltige Wertschöpfung eines Unternehmens. Eine IT Due Diligence ist daher unverzichtbar, um fundierte Entscheidungen bei Transaktionen zu treffen und den langfristigen Erfolg zu sichern. Sie schafft Transparenz, reduziert Risiken und eröffnet neue Value Creation-Potenziale – vor, während und nach der Transaktion.

